Leitungsbau mit Herausforderungen

Zwischen Bern und Ostermundigen wird an der Bolligenstrasse die Wassertransportleitung erneuert. Diese ist bereits über 100 Jahre alt und stellt eine der Hauptachsen für die Versorgung von Bern mit Trinkwasser dar. Auf einer Strecke von rund 1.3 km werden seit 2018 Arbeiten zwischen dem Pumpwerk «Chrützweg» und der Kleinen Allmend durchgeführt. 

Seit Mitte 2020 befindet sich das Projekt zur Erneuerung der Stadtleitung II in der Umsetzung. Dabei ist die Abteilung Leitungsbau der IUB Engineering AG zuständig für die IG-Leitung sowie in den Bereichen Rohrbautechnik und Tiefbau für die Projektierung, die Submission(en), die Ausführung sowie die Bauleitung(en). Der Perimeter der Arbeiten ist dabei unterteilt in einen westlichen Teil im Bereich der Kleinen Allmend, dem Microtunneling (MCT) in der Mitte zur Unterquerung der Gemeindestrasse und SBB-Gleisanlagen und einen östlichen Teil von der SBB-Querung bis zum Pumpwerk Chrützweg. Im östlichen und westlichen Abschnitt werden die Arbeiten grösstenteils im offenen Grabenbau durchgeführt und sind koordiniert mit dem Projekt «Korrektion Bolligenstrasse Nord (KBN)».

Vielfältige Herausforderungen
Die Arbeiten sind eingebettet in eine Vielzahl von Herausforderungen: Der Untergrund im Bereich der relativ tiefen Start- und Zielgruben weist Grund- und Hangwasser auf. Dies erforderte neben der Erfüllung der aufwendigen Auflagen aus der Baubewilligung eine entsprechend massive Baugrubensicherung sowie Grund- und Baugrubenwasserhaltung. Neben dem Bauen unter Verkehr teils unter sehr engen Platzverhältnissen (v.a. im Bereich MCT-Zielschacht) mussten auch verschiedene Interessengruppen berücksichtigt werden. Im Bereich der Allmend gibt es viele unterschiedlich genutzte Areale wie etwa ein Hornusser-Spielfeld oder einen Hundeverein. Ausserdem stehen entlang der Bolligenstrasse historische Alleen, welche auf nationaler Ebene geschützt sind. Der Baumschutz geniesst hier eine sehr hohe Priorität.

Vielfältige Arbeiten
Diese Herausforderungen werden mit vielen unterschiedlichen Methoden gemeistert. Die Umnutzung von bestehenden Infrastrukturen gehört ebenso dazu wie das komplexe Projektmanagement. So wird etwa die bestehende mit dem KBN-Projekt aufgehobene Personenunterführung als Hüllrohr für die Wasserleitung zur Unterquerung der Kantonsstrasse genutzt. Das Microtunneling-Verfahren kommt zur Unterquerung der Gemeindestrasse und der SBB-Gleisanlagen südlich der Strassenbrücke zum Einsatz. Die Gleisanlagen, welche gemäss SBB-Planungen künftig tiefer gesetzt werden, müssen mit ausreichender Überdeckung unterfahren werden. Auch die Herausforderungen im Rohrleitungsbau fallen sehr facettenreich aus. Neben den Röntgenprüfungen der Schweissnähte ist insbesondere dem Kathodischen Korrosionsschutz (KKS) eine hohe Aufmerksamkeit zu schenken. Vor allem die Qualität und Kornverteilung des zu verwendenden Rohrumhüllungsmaterials bedarf besonderer Beachtung, da dies für die Lebensdauer der neuen Leitung von rund 80 bis 100 Jahren ausschlaggebend sein wird.

Ende 2021 werden die Tiefbau-Arbeiten beendet sein. Nach der Druckprüfung erfolgt die Einbindung ins Netz, gefolgt von Spülen und Wasser-Qualitätskontrolle. Um die Versorgungsunsicherheit in der Stadt Bern sicherzustellen, ist dabei eine enge Koordination mit WVRB und ewb notwendig.

Technische Daten

  • Wasserdruck neu: 8bar
  • Rohre: ST DN 700mm, ZM/FZM
  • Durchmesser: 696.8 x 7.1mm
  • Material: spiralgeschweisste Stahlrohre
  • Strecke:
    • westlicher Teil: 415 Meter
    • östlicher Teil: 685 Meter
  • Microtunneling: 132 Meter