Qualität in der Baukultur: Hochwasserschutz und Revitalisierung der Emme

Was zeichnet Qualität in der Baukultur aus? Dieser Frage geht die Sonderausgabe von espazium nach. Unser Projekt „Hochwasserschutz und Revitalisierung Emme“ liefert mit der Vereinbarkeit von Mensch und Natur einen Beitrag dazu.

Landschaft nicht nur als Überreste der nicht besiedelten Flächen zu behandeln, sondern ihnen einen Mehrwert zu geben und eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur aufzubauen – das ist laut dem Autoren die Aufgabe nicht nur der Landschaftsgestaltung sondern auch ein Merkmal von qualitativ hoher Baukultur. Das Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Emme» tut genau das: Es lässt der Natur ihren Freiraum, gibt ihr zurück, was ihr gehört, ohne jedoch die menschlichen Siedlungen zu verdammen, sondern indem sie integriert und aufgewertet werden.

Im Projekt wurde den Ansprüchen von Mensch und Natur gleichermassen Rechnung getragen: Der Hochwasserschutz wurde verbessert und grossflächige Deponiestandorte saniert. Gleichzeitig wurden der Fluss und seine Umgebung mit ökologischen Massnahmen aufgewertet. So wurde etwa der Flusslauf verbreitert, es wurden Biotope und stille Beobachtungsstellen installiert und durch die neuen Massnahmen finden nun auch bedrohte Tiere wieder vermehrt Lebensraum.

Anlass für das gross angelegte Projekt war das Jahrhunderthochwasser im Jahr 2005, als die Emme über ihre Ufer trat wie selten zuvor. Im Laufe des Projektes wurden auf einer Länge von 4.8 km fast 30 Hektar der umliegenden Flächen wieder für den Fluss bereitgestellt.

Wir freuen uns, mit derlei wegweisenden Projekten einen Beitrag zum Zusammenleben von Mensch und Natur leisten zu können.